Bundeskanzler vom Projekt Lehrlingsbaustelle beeindruckt

Bedeutung der Lehre hervorgehoben

Beeindruckt zeigte sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bei einem Besuch auf der Lehrlingsbaustelle in Schwarzach in Vorarlberg. Obwohl er sich schon als Wirtschaftsminister sehr intensiv für die Lehrlingsausbildung engagiert habe, „habe ich so etwas in dieser Art noch nie gesehen. Hut ab!“ Schüssel betonte bei seinem Besuch die Bedeutung der Lehre für die österreichische Wirtschaft.

Auf der Lehrlingsbaustelle in Schwarzach wird ein Doppelhaus ausschließlich von Lehrlingen errichtet – vom Keller bis zum Dach. Insgesamt sind mehr als 50 Lehrlinge aus 17 Gewerken dort beteiligt. Der Bauherr die Initiative Handwerk Marketing GmbH, will mit dem Projekt Werbung für die Lehre am Bau machen.

Das Unternehmen gibt österreichweit Bauherrenmappen heraus, die über Gemeindeämter und Banken gratis an Häuslbauer und Sanierer verteilt werden. Bei mehreren tausend Handwerker-Kontakten war als größtes Problem immer wieder der mangelnde Nachwuchs genannt worden – viele Betriebe finden keine qualifizierten Bewerber für eine Lehrstelle.

Lehrlinge als Stars. So entstand die Idee zur Lehrlingsbaustelle. „Bei uns versuchen nicht irgendwelche Schlipsträger, den Jugendlichen eine Lehre einzureden. Bei uns sind die Lehrlinge die Superstars“, sagte Initiator Andreas Müller am Samstag beim Besuch des Bundeskanzlers. Schüssel nannte die Idee „faszinierend“: „So etwas möchte ich öfter hören.“

Der Bundeskanzler räumte ein, „dass sich immer weniger junge Leute für eine Lehre interessieren. Stattdessen werden die Kinder mit großen Schwierigkeiten durch die Mittelschule getrieben.“

Auch beim Besuch des Bundeskanzlers waren die Lehrlinge die Stars: Sie zeigten an verschiedenen Stationen, welche vielfältigen Leistungen das jeweilige Gewerk erbringt. „Da kriegt man richtig Lust, selbst eine Lehre anzufangen. Ob das neben dem Beruf als Bundeskanzler geht?“ scherzte Schüssel.

Kunst am Bau. Wegen Regens buchstäblich ins Wasser fiel die geplante Inbetriebnahme der Solaranlage von Doma-Solartechnik durch den Bundeskanzler. Schüssel hätte in einem Kranausleger in luftiger Höhe die „Endmontage“ vornehmen sollen.

Dafür beteiligte sich der Bundeskanzler an einem „Kunst am Bau“-Projekt, das derzeit auf der Lehrlingsbaustelle läuft. In den vergangenen Tagen schuf die in Wien lebende Künstlerin Yoly Maurer direkt auf der Lehrlingsbaustelle ein Bild, das am Samstag von den Lehrlingen und vom Bundeskanzler übermalt wurde.

In den kommenden Tagen entsteht daraus durch nochmaliges Übermalen das endgültige Bild. Der interaktive Prozess des Übermalens mache das Kunstwerk zu einer „Symbiose verschiedener Weltanschauungen“, so Maurer.